Ringgröße ändern lassen: Was kostet es, wie läuft es ab und wann geht es nicht?
Published Updated By RingSizeConvert.com
Ein Ring, der nicht optimal passt, muss kein Fehlkauf sein. In vielen Fällen kann ein erfahrener Goldschmied oder Juwelier die Ringgröße nachträglich anpassen. Doch nicht jedes Schmuckstück lässt sich problemlos ändern, und die Kosten variieren je nach Material und Aufwand beträchtlich. Erfahren Sie, wie eine professionelle Ringgrößenanpassung abläuft, was sie kostet und welche Ringe unveränderbar sind.
Wie funktioniert das Vergrößern und Verkleinern in der Werkstatt?
Je nachdem, ob ein Ring weiter oder enger gemacht werden soll und um wie viele Größen es sich handelt, setzt der Goldschmied unterschiedliche handwerkliche Techniken ein:
1. Mechanisches Dehnen oder Stauchen (nur bei schlichten Bändern ohne Steine): Bei minimalen Anpassungen (bis zu einer halben Ringgröße) kann ein einfacher Gold- oder Silberring auf einem konischen Dorn vorsichtig gedehnt oder in einer Matrize gestaucht werden.
2. Trennen, Anpassen und Löten (der Standardfall): Für größere Änderungen trennt der Juwelier die Ringschiene an der Unterseite mit einer feinen Säge auf. Beim Verkleinern wird ein winziges Stück Edelmetall herausgeschnitten; beim Vergrößern wird ein passendes Stück desselben Edelmetalls eingesetzt. Die Nahtstelle wird anschließend mit dem Laser oder Gasbrenner fugenlos verlötet, verschliffen und auf Hochglanz poliert.
Qualitätsmerkmal einer guten Anpassung
Bei fachgerechter Ausführung ist die Lötstelle mit bloßem Auge nicht erkennbar. Auch Gravuren an der Innenseite können von vielen Werkstätten vor oder nach dem Löten geschont bzw. nachgraviert werden.
Kosten und Dauer beim Juwelier in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Die Kosten für eine Ringänderung hängen primär vom Edelmetall, der Schienenbreite und eventuell vorhandenen Edelsteinen ab:
1. Einfache Silberringe: Ab ca. 25 bis 40 Euro.
2. Goldringe (Gelb-, Weiß- oder Roségold 333, 585, 750): Typischerweise zwischen 40 und 90 Euro. Beim Vergrößern kommen die Materialkosten für das eingesetzte Gold hinzu.
3. Platinringe: Ab ca. 70 bis 150 Euro, da Platin einen extrem hohen Schmelzpunkt hat und spezielle Schweißgeräte erfordert.
4. Ringe mit Edelsteinfassung: Oft 80 bis 160 Euro, da die Fassungen nach dem Ändern auf festen Sitz der Steine geprüft und nachjustiert werden müssen.
Die Bearbeitungsdauer liegt meist zwischen 3 und 10 Werktagen.
Übersichtstabelle: Machbarkeit und Kosten nach Ringtyp
Diese Tabelle gibt Ihnen eine Orientierung, welche Ringe änderbar sind und mit welchem Aufwand zu rechnen ist:
| Ringtyp / Material | Machbarkeit | Typische Methode | Preisrahmen (Richtwert) |
|---|---|---|---|
| Klassischer Trauring (Gold/Silber) | Sehr gut möglich (±2 Größen) | Dehnen oder Sägen/Löten | 30 € – 60 € |
| Solitärring mit Krappenfassung | Gut möglich (±1–2 Größen) | Sägen, Löten & Fassungskontrolle | 50 € – 90 € |
| Platinring (schlicht) | Möglich (Laser erforderlich) | Laserschweißen mit Zusatzdraht | 70 € – 130 € |
| Eternity-Ring (Rundum-Diamanten) | Nicht möglich | Kein Raum für Schnitte vorhanden | Nicht änderbar |
| Spannring (Stein ohne Fassung geklemmt) | Extrem heikel / meist unmöglich | Spannung geht beim Sägen verloren | Nur Hersteller-Umbau |
| Titan, Wolframcarbid, Keramik | Ausgeschlossen | Metalle sind zu hart oder spröde | Nicht änderbar |
| Smart Rings (Oura, Samsung, RingConn) | Vollständig ausgeschlossen | Elektronik & Akkus im Ringkörper | Nicht änderbar |
Welche Ringe können NICHT geändert werden?
Nicht jeder Ring lässt sich verändern. Folgende Kategorien sind problematisch oder unmöglich:
Erstens: Memory- oder Eternity-Ringe, bei denen Diamanten lückenlos um die gesamte Ringschiene gefasst sind. Hier gibt es keine freie Stelle, an der ein Schnitt gesetzt werden könnte.
Zweitens: Hightech-Metalle wie Wolframcarbid (Wolfram ist so spröde, dass es zerspringt) und Titan (lässt sich nur unter Schutzgas extrem aufwändig schweißen).
Drittens: Moderne Smart Rings (wie Oura Ring Gen 3, Samsung Galaxy Ring oder RingConn Gen 2). Diese Geräte enthalten flexible Leiterplatten, optische Sensoren und Lithium-Akkus – jeder Versuch einer mechanischen Verformung zerstört das Gerät unwiederbringlich.
Temporäre Alternativen ohne Besuch beim Goldschmied
Wenn ein Ring nur minimal zu weit ist (z. B. im Winter), muss er nicht zwingend sofort zum Juwelier. Bewährte Alternativen sind:
1. Transparente Ring-Spiralen aus Silikon (Ringsizer-Clips), die einfach um die Schiene gewickelt werden.
2. Vorsteckringe: Ein schmaler, perfekt passender Ring vor dem zu weiten Schmuckstück verhindert das Abrutschen.
3. Sizing Beads: Kleine Goldkugeln, die der Juwelier innen anlötet. Sie fixieren den Ring am Finger, ohne die Außenschiene zu beschädigen.
Häufig gestellte Fragen
Kann man jeden Goldring kleiner machen lassen?
Fast jeder klassische Goldring mit einer glatten Unterseite lässt sich um 1 bis 3 Nummern verkleinern, solange keine Steine oder Muster den Schnitt behindern.
Ist das Vergrößern oder Verkleinern eines Rings teurer?
Das Vergrößern ist meist teurer, da bei einer Änderung um mehr als eine halbe Nummer zusätzliches Edelmetall eingesetzt werden muss, dessen Materialwert verrechnet wird.
Was passiert mit der Innengravur bei einer Ringweitenänderung?
Wenn möglich, schneidet der Goldschmied an einer gravurfreien Stelle. Muss durch die Gravur geschnitten werden, kann diese meist anschließend nachgraviert werden.
Kann man Smart Rings wie den Oura Ring in der Größe anpassen?
Nein, Smart Rings können unter keinen Umständen in der Größe geändert werden. Aufgrund von Akkus und Sensoren muss die passende Größe vorab per Sizing Kit bestimmt werden.